Staatsschulden pro Kopf in Deutschland



Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, woher Ihr Geld kommt ? Also das Geld, was Sie auf dem Konto haben ? Ihr „Besitz“ ?

Ja, ok, aus der Druckerei, aber da ist es ja erstmal nur ein Stück Papier. Warum bekommen Sie dennoch für dieses Papier eine Ware im Geschäft ? Und warum sind sie bereit, dafür zu arbeiten ? Für ein lustig bedrucktes Zettelchen ? Oder für ein paar gedruckte Zahlen auf Ihrem Kontoauszug ? Sicherlich nicht, weil irgendwer mal eine Zahl darauf gemalt hat, denn Sie messen diesem Zettel auch einen Wert zu und nur, weil andere das auch tun, wird dieses Stück Papier zu einem Wertgegenstand. Nur unsere Übereinkunft, daß dieses Stück Papier einen Wert hat, ( besser: haben soll !!! ) läßt es zu einem Zahlungsmittel werden. (Leider ist der einzige echte Wert dieses Zettels sein Brennwert). Aber Papier kann ich ja drucken, und wenn ich einigermaßen geschickt bin und etwas know-how besitze, dann könnte ich mir doch selber so viele Zettel drucken, wie ich möchte. Unseren großen Vorsitzenden paßt das zwar nicht, wenn man sich selber Geld druckt, aber theoretisch könnte ich ....

Also entsteht dieses Geld und somit auch der Wert des Geldes ( wir nehmen den ihm zugemessenen Wert ja für „bare Münze“ ) in einer Druckerei ? Mir hat man immer erzählt, daß da auch irgendwo ein Gegenwert vohanden sein muß, genannt Bruttosozialprodukt (oder früher: Goldstandard) oder so was ähnliches, aber ob das so stimmt, kann ich nicht überprüfen. Und woher weiß die Druckerei, wieviel Zettel sie drucken muß, ohne eine Inflation oder Deflation zu generieren. Wie findet sie diese „passende“ Gegenwert-Menge heraus ?

Alles etwas undurchsichtig... Aber es gibt ja die Bundesbank, die ist kompetent und die kann uns aufklären mit ihren Broschüren. Und eine dieser Broschüren dürfte Ihr Weltbild vielleicht ein wenig ins wanken bringen. Sie finden diese Broschüre unter http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf
Darin wird ganz klar gesagt, daß unser Geld weder einen Gegenwert hat, noch sonst irgendeinen Wert ! Neues Geld wird täglich neu aus dem Nichts erschaffen, in beliebiger Menge, und es hat keinerlei inneren Wert ! Einzig und allein unser Glaube macht diese Zettel wertvoll. Nur der Glaube !!! (an ein Märchen?). Bevor Sie konstatieren, ich sei übergeschnappt, lassen Sich sich in Kurzform erzählen, was uns die Bundesbank da im Bezug auf 's Geld mitteilt:


Unser Geld kommt nicht von der Bank, auch nicht von der Zentralbank, die bei uns auch Bundesbank heißt, auch nicht vom Staat. Nein, unser Geld kommt von Ihnen ! Ja, Sie haben richtig gelesen. SIE sind der Verursacher des Geldes !!! Eine kleine Einschränkung gibt es: Falls Sie KEINEN Kredit von einer Bank bekommen haben und keine staatlichen Leistungen oder Subventionen erhalten, dann verursachen Sie kein Geld. In allen anderen Fällen, also, wenn Sie einen Kredit von der Bank bekommen, oder kreditiertes Geld von woanders her ( staatliche/kommunale Leistungen ) bekommen, haben Sie frisches, neues Geld für die Allgemeinheit erschaffen ! Eine etwas irritierende Vorstellung, nicht wahr ? Aber genau das bestätigt die Bundesbank. Die Geldmenge wird nur durch Schuldenmachen, genannt Kreditnachfrage, generiert, durch nichts anderes. Wie soll das denn gehen ? Aufgepaßt ! Das geht so:


Wenn eine Geschäftsbank (also so eine Bank, wo wir unser Konto haben,) Geld haben will, dann leiht sie sich dieses bei der Zentralbank, weil das Bischen, was wir zu dieser Geschäftsbank getragen haben, ihr nicht ausreicht. (Warum ihr das nicht reicht, werden wir später sehen) Dieses von der Zentralbank geliehene Geld wird „Zentralbankgeld“ genannt. Es entsteht dadurch, daß die Zentralbank auf dem Papier einen Betrag als „verliehen“ notiert, gleichzeitig die Geldscheine in gleicher Höhe dieses Betrages druckt, und diese Geldscheine der Geschäftsbank überreicht. Es gibt aber keinen Gegenwert für diese Geldscheine, außer dem Versprechen der Geschäftsbank, das geliehene Geld auch wieder zurückzuzahlen! Es muß nicht, aber es kann für diese Leih-Aktion als Sicherheit ein Wertpapier oder eine Immobilie gestellt werden, aber für diese Dinge kursiert ja schon das Geld, das „neu gedruckte“ Geld hat damit erstmal nix zu tun. Dieses Zentralbankgeld wurde also „aus dem Nichts“ geschöpft, ohne daß diesem Geld zwingend reale Werte gegenüberstehen. Die ökonomen haben dafür einen schönen Namen: „fiat money“, was soviel heißt, wie: „es werde Geld !“ Und nur die Zentralbank darf Geld erschaffen, das steht so im Gesetz. Das Geld, was die Geschäftsbank von der Zentralbank bekommt, ist also frisches, neu geschaffenes Geld, meistens ohne jeden Gegenwert, außer einem Versprechen (der Rückzahlung).


Wieso will die Geschäftsbank eigentlich so viel Geld haben ? Sie hat doch meins ? Ich habe doch ein Konto dort und mein Geld dorthin gebracht ? Und dachte, daß die Bank mit diesem Geld „arbeitet“. Nein, sie will noch viel mehr Geld haben, weil sie ihre „Mindestreserve“, (also das Geld, was sie gesetzlich vorrätig halten muß) möglichst groß halten will. Und das Geld, was sie sich von der Bundesbank geholt hat, darf sie (neben meinem Geld, was ich zur Bank gebracht habe) zur „Mindestreserve“ zählen, denn sie hat ja die Geldscheine bekommen. Der Gesetzgeber schreibt vor, daß eine Bank mindestens zwei Prozent ihres Geschäftsvolumens als „Mindestreserve“ halten muß. ( Im Moment wird eine Erhöhung der Mindestreserve auf 9 % diskutiert) Nehmen wir an, die Bank hätte eine „Mindestreserve“ von 2000,- Euro ( die sich beispielsweise aus 500,- € Spareinlage und aus 1500.- € Zentralbankgeld zusammensetzte ), dann dürfte sie per Gesetz bis 100.000,- Euro Geschäftsvolumen haben, was gleichzeitig heißt, daß dieses Gesetz ihr erlaubt, Beträge bis 100.000,- Euro zu verleihen, was die Bank mit Freude auch machen will, um sich die Zinsen in die Tasche stecken zu wollen.

äh – Moment mal, die Bank hat doch nur 2000,- Euro ( = Mindestreserve ) ?

Richtig, nur die Mindestreserve hat sie in Form von Einlagen und in Form von neuem „Geld aus dem Nichts“ (=Zentralbankgeld) irgendwo rumliegen. Woher sollte die Bank denn nun die restlichen 98.000,- Euro herkriegen, damit sie dann 100.000,- € verleihen könnte ? Die Lösung ist absolut genial: Auch sie erschafft Geld ! Sie schreibt ein paar Zahlen ( hier: 98.000,- ) in ein Heft ( oder heutzutage in einen Rechner) und schwupp – ist wieder Geld entstanden. Ein Kredit, den ein Kreditnehmer bekommt, ist ja nur ein buchungstechnischer Vorgang auf dem Papier. Wenn alle Kreditnehmer den Kredit in bar haben wollten, dann ginge das gar nicht, denn es ist nur „Buchgeld“, was da gebucht wird. Diesmal halt auf das Konto des Kreditnehmers. So viele Geldscheine, wie Buchgeld existiert, gibt es ja gar nicht. Dieses Buchgeld existiert eben ausschließlich in den Büchern ( = Konten ). Die Bank bucht in ihrer Bilanz eine Kreditforderung gegenüber dem Kreditnehmer auf der Aktivseite und schreibt dem Kundenkonto, welches auf der Passivseite der Bankbilanz geführt wird, diesen Betrag gut. Man nennt dieses gebuchte Geld nun „Giralgeld“ und das dazu gehörige Konto „Girokonto“. Auf den Girokonten wird also „Luftgeld“ hin- und hergeschoben. Es ist ein rein buchungstechnischer Vorgang ohne daß diesem Geld reale Werte gegenüberstehen. Es existieren noch nicht einmal bedruckte Papierschnipsel ( genannt: „Geldschein“ ) für diese Summe. Aber da wir alle diese überweiserei akzeptieren und denken, daß da „richtiges“, „echtes“ Geld gebucht würde, trauen wir diesem System. Vielleicht ist hier der Zeitpunkt gekommen, mal darüber nachzudenken, warum wir alle unbedingt eine Kreditkarte haben sollen. Von dem Geld, was da so auf den Konten herumliegt, hat die Bank natürlich nichts. Sie verdient nichts daran. Aber verdienen ist ja die oberste Maxime beim Geschäft, so ist das auch bei einer Bank. Interessant wird diese Geldverleiherei für die Bank erst, weil sie dafür Zinsen bekommt. Davon kann sie sich einen Teil einstecken. Das Verleihen ( und somit: „Geld erschaffen“ ) ist also das größte Interesse einer Bank. Und die Zinsen muß der Kreditnehmer erarbeiten und ebenfalls ( neben der Tilgung ) der Bank geben.



> Fassen wir zusammen: Die Geschäftsbank nimmt (Zentralbank-) Geld an, welches ihr nicht gehört (weil es der Zentralbank gehört) und welches oft auch keinen Gegenwert hat ( es ist ja auch hier nur ein buchungstechnischer Vorgang und etwas Papierdruck ) Die Geschäftsbank nimmt dieses Geld an, um selber noch mehr Geld zu erschaffen, welches ebenfalls nur in den Büchern existiert ( als Giralgeld ). Die Zinsen für dieses Geld müssen vom Darlehensnehmer erarbeitet und der Bank gegeben werden. Nur die Zinsen gehören der Bank jetzt wirklich. Die Bank wird also reich mit „nichts“, indem sie dieses „nichts“ verleiht und sich die Zinsen einsteckt. Dieser Satz ist nun sehr überspitzt und polemisch, aber er trifft im Prinzip den Kern dieses genialen Betrugssystems. Und Voraussetzung für diese Geldschaffung ist IHRE Kreditnachfrage !

Zwischenbemerkung: Nun mag der eine oder andere Leser einwenden, daß doch irgendwann diesem Kredit reale Werte gegenüberstehen würden, und spätestens dann die Existenz dieses Geldes berechtigt sei. Nun, das Wort „irgendwann“ ist nicht zu unterschätzen, denn zum Zeitpunkt der Kreditvergabe steht diesem Geld NICHTS gegenüber, und ob aus dem „NICHTS“ jemals etwas werthaltiges wird, steht in den Sternen. Wenn ich einem Musiker dieses Geld gebe, dann spielt der einen Ton, der verklingt, aber die eingestrichene Gage ist immer noch vorhanden. (Dieses Beispiel soll die Problematik des Dienstleistungssektors anreißen) Was ist mit Insolvenzen ? Was ist mit Staatsverschuldung ? Also, ich muß schon großes Glück haben, daß dieses „irgendwann“ auch in ferner Zukunft mal eintritt. Im Moment sehe ich nur die Pro-Kopf-Verschuldung der Bundesbürger, und diese ist nicht weniger geworden seit dem letzten Krieg, sondern kontinuierlich angestiegen. Auch ist der Zusammenhang zwischen Geldmenge und den äquivalenten Sach-Werten nicht zwingend, denn wenn ich das geliehene Geld zurückzahle, dann ist es buchungstechnisch weg ! Die Passivseite ( das Schuldenkonto des Darlehensnehmers ) wird auf Null gesetzt und auf der Aktivseite wird die Forderung, weil erfüllt, fast auf Null gesetzt. Es verbleiben die bezahlten Zinsen, die die Bank sich jetzt selber gutschreibt. So, damit ist das verliehene und wieder zurückbezahlte Geld „weg“ ... Verschwunden ... So, wie ich das sehe, müßten wir erstmal alle diese Schulden zurückzahlen, bevor wir selber Eigentümer von Werten werden. Bis dahin gehören diese Werte dem Gläubiger, also der Bank.



Das ist in groben Zügen unser Geldsystem, wie es die Bundesbank beschreibt. Die Fachleute mögen nun zu Recht die Feinheiten anmahnen, aber am Prinzip, daß das Geld durch Kreditvergabe als Luftnummer erschaffen wird und daß der Kreditnehmer mit den von ihm erarbeiteten Zinsen die Bank füttert, läßt sich leider nicht rütteln. Und wer's nicht glaubt, kann die Kapitel über Geldschöpfung in der oben angesprochenen Broschüre der Bundesbank gerne im Original studieren. Mir wurde immer eingetrichtert: „Ich kann nur das ausgeben, was ich habe“. Finde ich auch gar nicht so schlecht, diese Losung. Und die Suggestion, daß alles mittels Kredit machbar ist, hilft nur der Bank und schadet langfristig dem „kleinen Mann“, weil der -statt für sich – zusätzlich für die Bank arbeitet und dieses System langfristig nicht funktionieren kann. Aber das ist schon wieder ein anderes Kapitel ...



Vielleicht bringt Sie diese merkwürdige Gelderschaffung ins Grübeln. Das wäre nicht ganz falsch, denn der unbeirrbare Glaube an unser Geldsystem könnte mal ein böses Erwachen zur Folge haben. Oder hab ich da was nicht richtig begriffen ?

Manche Finanzleute sehen das ähnlich. Ein Börsenmakler (und der macht sich ja von berufs wegen schon viele Gedanken über die Märkte) sagt z. B. folgendes: Alles Geld, was wir erzeugen, ist Schuldgeld, weil das Geld entsteht, indem jemand einen Kredit aufnimmt. Allem Geld, das im Umlauf ist, steht auf der anderen Seite der Kredit gegenüber.

Wenn die Bundesrepublik jährlich 40 Milliarden an Zinsen für ihre Schulden zahlt, dann muss irgendjemand 40 Milliarden an Zinsen kassieren: und das sind leider einige wenige.

Für den Bürger spielt es gar keine Rolle, wo in diesem System die Schulden liegen – denn er zahlt sie immer: er zahlt seine privaten Schulden UND ZINSEN sowieso, die des Staates über die Steuern, und die der Unternehmen über Produkte und Leistungen, die er kauft (weil da die Zinsen in die Preise eingerechnet sind).



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